Internetauftritt der Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz (AGFHA) 

Feldhamsterschutz

FeldhamsterFrüher gehörte der Feldhamster zu den häufigsten Kleinsäugern Deutschlands und wurde sogar bis in die 70er-Jahre hinein als Plage betrachtet. Bekämpfungsaktionen und ein professioneller Fang für die Pelzwirtschaft waren in vielen Teilen Deutschland üblich. Die aktuelle Bestandssituation in Europa ist dagegen von Zusammenbrüchen der Populationen sowie der Verinselung der Vorkommen gekennzeichnet. In vielen Gemeinden mit traditionellen Hamstervorkommen ist er heute völlig verschwunden oder es werden nur noch einzelne Tiere festgestellt. Die jahrzehntelange direkte Verfolgung, eine intensive Landwirtschaft sowie die zunehmende Bebauung sind die Hauptgründe für den Niedergang der Bestände. Viele Menschen haben noch nie einen Feldhamster gesehen oder meinen es handelt sich um einen entflohenen Goldhamster.

Der Feldhamster wird auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere der Bundesrepublik Deutschland als "stark gefährdet" eingestuft. Nach der Bundesartenschutzverordnung § 13 gehört er zu den besonders geschützten Tierarten und ist durch die europäische Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie Anhang IV geschützt. Die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft macht diesen Schutz weitgehend unwirksam, da der Lebensraum Ackerland keiner Nutzungseinschränkung unterliegt.

FeldhamsterUm den Feldhamster vor dem völligen Verschwinden zu bewahren, werden zur Zeit in mehreren Bundesländern und in einzelnen europäischen Staaten Schutzprogramme entwickelt beziehungsweise erprobt. Die Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz (Agfha) führt in Hessen Schutzprojekte durch. Diese werden getragen durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung Hessischer Naturschutz, einer Kooperation mit dem BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland, dem Getränkehersteller Müller sowie durch die Spende vieler Privatleute (Hamsterpaten siehe Aktuelles). Das Ziel des Projektes ist es, die aktuelle Verbreitung und Bestandsdichte des Feldhamsters festzustellen und dies in einem Gebiet, dass wie kaum ein anderes in Deutschland von einem enormen Flächenverbrauch, vor allem im Bereich der landwirtschaftlichen Flächen, betroffen ist. Die Maßnahmen zur Stabilisierung der Feldhamsterbestände dienen auch einer Reihe anderer an die Feldlandschaft angepasster Tierarten, wie dem Feldhasen, der Schafsstelze, der Feldlerche und dem Rebhuhn. Diese Arten können und sollten als "Leitarten" für eine an die Ökologie angepasste Landwirtschaft dienen.

Aktion Feldhamsterschutz Logo

Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Verbreitungsareal des Feldhamsters in Hessen stark verringert hat. Nachweisbare größere Vorkommen scheinen nur noch im Naturraum zwischen Wiesbaden und Frankfurt, in der Bergstrasse, im Limburger Becken, Main-Kinzig-Kreis und in der Wetterau zu existieren. In den anderen Gebieten Hessens gelangen nur noch Einzelnachweise.


Hinweise zu Feldhamstervorkommen oder allgemeine Fragen zum Thema sind willkommen
(s. Kontakt).