"Die Erde ist aller Wesen Erhalterin, sowohl des Menschen, der sie bebaut, als des Hamsters, der sie durchwühlt." Friedrich Gabriel Sulzer (1749-1830), Arzt, Naturforscher und Weggefährte Goethes. F.G. Sulzer schrieb 1774 das heute noch lesenwerte Grundlagenwerk: "Versuch einer Naturgeschichte des Hamsters", woraus dieser schöne Satz stammt.
Was ist zu tun?
Die Arbeitsgemeinschaft für Feldhamsterschutz (Agfha) führt zur Zeit folgende Projekte durch:
- Finanzielle Förderung von "hamstergerechter" Landwirtschaft
- Projekttage an Grundschulen - mit allen Sinnen den Feldhamster kennen lernen
- Veranstaltung von Seminaren, Vorträgen und Hamsterradtouren
- Erfassung von Vorkommen
- Beratung bei Eingriffen in Feldhamsterpopulationen
Helfen Sie uns, den bunten Gesellen in unserer Feldlandschaft zu erhalten!
Naturschutzhaus e.V.
Stichwort: Hamsterpate
Nassauische Sparkasse
BLZ: 510 500 15
Konto: 128 055 886
Finanzielle Förderung von "hamstergerechter" Landwirtschaft
Durch die Anlage von "Erntestreifen" werden die Lebensbedingungen für den Feldhamster verbessert. Wichtige Bewirtschaftungsrichtlinien sind unter anderem:
- Der Erntestreifen ist mindestens fünf Meter breit und wird in Bearbeitungsrichtung auf der gesamten Länge des Schlages angelegt (bei einem Hektar z.B. drei Streifen).
- Die Anwendung von Nagergiften ist auf der gesamten Fläche, auch außerhalb der Streifen, untersagt.
- Der gesamte Erntestreifen bleibt solange erhalten, wie es die Aussaat der Folgekultur zulässt (zum Beispiel bei Winterweizen bis mindestens zum 15. Oktober).
Kompensationsmaßnahmen für den Feldhamster
Eingriffen in Feldhamsterpopulationen sollten möglichst völlig vermieden werden. Ist dies nicht möglich, muss von einem Fachmann der Erhaltungszustand der Art gemäß der FFH-Richtlinie festgestellt werden, um festzustellen im welchen Umfang Kompensationsmaßnahmen nötig werden. Im Folgenden wird ein Beispiel für eine Kompensationsmaßnahme dargestellt. Sie zielt darauf ab, einen echten Rückzugsraum für den Feldhamster zu schaffen. Bei kleineren Eingriffen sind auch einfachere Maßnahmen, wie z.B. das Stehen lassen von Erntestreifen oder ähnliches möglich
- Die Nutzung der Kompensationsfläche erfolgt - je nach konkretem Zuschnitt - in Form von Streifen, deren Breite sich an der Breite der Saatmaschinen und der Fläche ausrichtet (mindestens jedoch 5 m)
- Die Streifen bestehen abwechselnd aus Wintergetreide (jährlicher Wechsel zwischen Weizen, Hafer und Roggen), Luzerne und Sommergetreide (jährlicher Wechsel zwischen Weizen, Gerste und Roggen)
- Die Bodenbearbeitung findet nur in der Zeit vom 15. Oktober bis 31. März statt; bei Sommergetreide findet sie erst im Frühjahr statt
- Getreidestreifen werden frühestens am 15. Oktober geschlägelt und jährlich umgebrochen
- Luzernestreifen werden von Mitte Mai bis Mitte Juni geschlägelt oder gemäht. Alle drei Jahre wird der Luzernestreifen zusammen mit den Getreidestreifen umgebrochen und neu angelegt; er kann dann auf vormaligen Getreidestreifen angelegt werden.
- Es darf keine Gülle und Jauche ausgebracht werden.
- Verzicht auf Pflanzenschutzmittel (insbesondere Rodentizide).
- Es darf keine Bewässerung durchgeführt werden.
- Kein Tiefenumbruch bzw. Tiefenlockerung.
- Die Ernte bzw. Mahd erfolgt ausschließlich am Tage.
- Idealerweise sollten diese Maßnahmen 1 bis 2 Jahre vor dem Eingriff in der unmittelbaren Nachbarschaft der betroffenen Fläche durchgeführt werden, so dass ein "freiwilliges" Umsiedeln zumindest eines Teils der betroffenen Tiere ermöglicht wird.
Umsiedlung und Wiederansiedlungen des Feldhamsters
Das der Feldhamster dem einem oder anderen Baugebiet unangenehm im Wege steht, ist ja hinreichend bekannt. Sofort
fällt dann dem einfallsreichen Planer eine Umsiedlung oder Wiederansiedlung auf "unkritischen" Gebieten ein, um das "Problem" schnell und dauerhaft zu beseitigen. Diese Lösung darf aber nur die allerletzte sein und bedarf auch einer gewissenhaften Durchführung unter fachkundiger Leitung. Besonders wichtig ist dementsprechend natürlich auch eine mehrjährige Erfolgskontrolle der Maßnahme. Besser sind Kompensationsmaßnahmen, die vor Ort oder in der unmittelbaren Nähe des Eingriffes durchgeführt werden. Dabei ist immer die jeweils betroffene Population zu betrachten. Kann sie nach dem Eingriff weiterhin existieren oder ist sie in ihrer Gesamtheit bedroht? Ergebnisse von Ansiedlungsmaßnahmen wurden nun aus den Niederlanden bekannt. Mit einem enormen Aufwand werden dort Feldhamster gezüchtet und ausgewildert. Trotzdem sind die Verlustraten enorm hoch, wie die Graphiken zeigen.


(nach der Quelle: La Hayr, M.,
Müskens, G. & Van Ruud, K.: Drie jaar herintroductie en bescherming van hamsters in Nederland. - De Levende Natuur
106/1 2005).