Ein Grund dafür, dass man dem Feldhamster so selten begegnet, ist, dass er die meiste Zeit „unter Tage“ verbringt. Der kräftige, gedrungene Körperbau und die starken Krallen eignen sich perfekt zum Graben. Seinen Bau, den er am liebsten im Boden bewirtschafteter Felder buddelt, verlässt er erst bei Dämmerung. Passend dazu leitet sich „Feldhamster“ vom althochdeutschen Begriff „hamastro“, also Kornwurm, ab.

Der Bau besteht meist aus Vorrats-, Nest- und Kotkammer, welche durch Gänge verbunden werden. Daneben buddelt der Baumeister mehrere Fallröhren. In diese Noteingänge kann sich der Hamster ganz einfach fallen lassen, um Fuchs oder Milan abzuhängen. Durch die gezielte oder versehentliche Verbindung von Bauen können riesige unterirdische Gangsysteme entstehen. Die maximale gemessene unterirdische Ganglänge betrug 26,2 Meter!

Neben dem Sommerbau legt der Feldhamster speziell an die kalte Jahreszeit angepasste Winterbaue an. Diese dienen nur der Überwinterung und sind tiefer angelegt als die Sommerbaue (>1,20 m Tiefe). Nachdem die Vorratskammern durch fleißiges „Hamstern“ gut gefüllt wurden, dichtet der Hamster die Eingänge ab Oktober mit Erde ab, um eine bessere Isolierung zu schaffen und sich vor Eindringlingen zu schützen. Während der Überwinterung wacht der Nager in regelmäßigen Abständen auf, um von seinen Vorräten zu naschen oder die Kotkammer aufzusuchen.

Durch sein Graben und den Eintrag von Streu sorgt der emsige  Nager für eine Durchmischung der Erdschichten. Gleichzeitig finden andere Kleintiere und Insekten in (verlassenen) Hamsterbauen Raum zum Leben. Der Feldhamster ist also ein wahrer Lebensraumarchitekt!