In Thüringen für den Feldhamster aktiv

 

Magdalena Werner bei der Feldhamsterbau KartierungFeldhamster leben fast ausschließlich auf bewirtschafteten Äckern – dort wo Landwirte ihr Geld verdienen. Das muss aber kein Gegensatz sein: In Gesprächen mit Ihnen stelle ich immer wieder fest, wie viel Wissen und wie viel Sympathie für den Feldhamster bei den Landwirten vorhanden ist. Das zu nutzen und gemeinsam Maßnahmen zu entwickeln, die dem Hamster helfen, finde ich eine spannende Herausforderung und große Chance. Es freut mich immer wieder wenn wir Wege finden, erfolgreichen Ackerbau und Feldhamsterschutz auf einem Betrieb zusammen zu bringen!

Magdalena Werner, Regionalkoordinatorin Feldhamsterland Thüringen

 

 

 

 

 

Projektmitarbeiterin Anne Seeber

„Ältere Menschen aus meinem Bekanntenkreis erzählten mir hin und wieder, wie sie früher Feldhamster gefangen haben, um sich mit den Fellen etwas Geld dazuzuverdienen. Damals war das gang und gäbe. Der Feldhamsterbestand in unserer Gegend, auch um meinen Heimatort, war einst sehr groß. Wenn ich dann berichte, wie schlecht es dem Feldhamster heute geht, plagt die Leute das schlechte Gewissen. Hätten sie wissen können, wie schlecht es um den Feldhamster nur einige Jahrzehnte später stehen würde, so hätten sie das Fangen wohl unterlassen. Heute kartieren einige von ihnen mit mir zusammen Feldhamsterbaue auf dem Acker. Gemeinsam versuchen wir, den Feldhamster vor dem Aussterben zu bewahren.“

Anne Seeber, Projektmitarbeiterin Feldhamsterland Thüringen

 

 

 

Logo Landschaftspflegeverband Mittelthüringen e.V.

Verbreitungskarte Thüringen

Feldhamster in Thüringen

Wie auch in anderen Bundesländern hat der Feldhamster in Thüringen vor allem mit moderner, intensiver Landwirtschaft auf sehr großen Feldern zu kämpfen. Diese führt einerseits zu einseitiger Ernährung, wodurch die Reproduktionsraten der Tiere drastisch vermindert werden können. Andererseits ist nach der Ernte auf großer Fläche keine Deckung und Nahrung mehr für die Hamster vorhanden. Dadurch werden sie zu leichter Beute für Raubtiere und finden nicht genügend Nahrung, um einen Wintervorrat anlegen zu können.

Diesem Problem kann durch streifenförmigen Anbau von Kulturen begegnet werden, so dass zwischen Streifen mit derselben Kultur immer mindestens ein Streifen einer anderen Kultur liegt. Diese Streifen können vollständig beerntet werden und bieten Hamstern, in erreichbarer Nähe ihres Baues, Nahrung und Deckung. Optimal für Hamster sind Kulturen wie Luzerne oder Erbsen, die über mehrere Jahre stehen und sehr gut als Hamsternahrung geeignet sind. Diese können in für den Hamster weniger geeigneten Kulturen, wie Raps oder Mais, streifenförmig eingebracht werden.