International Hamster Workgroup

27. Treffen der International Hamster Workgroup

Am Samstag, den 24.10.2020, ist es endlich soweit – die internationale Hamstercommunity trifft sich zum jährlichen Austausch! Mit dabei sind HamsterschützerInnen, WissenschaftlerInnen, Experten und Interessierte aus aller Welt.

Das Treffen hätte vom 23.10.- 25.10.2020 eigentlich in Jaworzno, Polen, stattfinden sollen. Durch die aktuelle Entwicklung bezüglich der Coronapandemie wurde die Veranstaltung aber, zumindest für aus dem Ausland Anreisende auf physischer Ebene, abgesagt. Aber kein Grund zur Sorge, denn die Veranstaltung wird stattdessen online durchgeführt – viel Engagement des polnischen Veranstaltungsteams und die Technik machen es möglich. Vielen Dank dafür – das Feldhamsterlandteam ist natürlich mit dabei!

Für Kurzentschlossene gibt hier noch alle Informationen rund um das Treffen der Internationalen Hamstercommunity.

Und hier noch ein Rückblick auf das Treffen im Oktober 2019!

Feldhamsteraktivist – Ernte mit Hindernissen

Junger Feldhamster verteidigt letzte Petersilienwurzeln

Heute möchten wir euch mit einer kleinen Feldhamstergeschichte aus der Wetterau erfreuen.
Herzlichen Dank an das Team vom Pappelhof und Querbeet.Bio-Lieferservice für die Geschichte und das Bildmaterial!

Letzte Woche hat sich auf einem Feld des Pappelhofes in Beienheim ein junger Feldhamster unter Einsatz seines Lebens vor einen laufenden Wurzelpetersilien-Roder geworfen und so versucht, die Ernte der angebauten Wurzeln zu verhindern. Während der laufenden Arbeiten tauchte der Feldhamster aus dem Nichts auf und lief unter den Augen des Fahrers direkt unter das 1,5 m große Rad des Roders. Nur ein beherzter Tritt auf die Bremse konnte unter Ächzen das 14 t schwere Rodegespann sofort stoppen, um ein Überrollen des Feldhamsters zu verhindern. Der Fahrer musste absteigen und versuchte das renitente Tier aus dem Gefahrenbereich zu bringen.

Der Hamster jedoch stellte sich auf die Hinterbeine und fauchte mit erhobenen Vorderpfoten. Nach kurzer Zeit sprang er in die Felge der Maschine und bedeutete, dass er nicht bereit sei, „seine“ Petersilienwurzeln an den Landwirt abzugeben und wollte so einen Fortgang der Ernte unterbinden. Erst nach einiger Überzeugungsarbeit konnte der Hamster-„Aktivist“ vertrieben werden, unter dem Hinweis, dass es doch noch genügend aussortierte Ware auf dem Feld gebe. Um den als Rote-Liste-Art geschützten Nager nicht den Raubvögeln preis zu geben, wurde er noch mit einem Haufen Laub bedeckt und Landwirt und Hamster trennten sich einvernehmlich bis hoffentlich zum nächsten Jahr!

Schlafende Feldhamster

Feldhamster im Endspurt in Richtung Winterschlaf

Die Tage werden kürzer und die Temperaturen sinken langsam. Der Feldhamster macht sich bereit für die Überwinterung. Dazu benötigt er nicht nur einen frostsicheren, extra tiefen Winterbau, sondern auch ausreichende Vorräte. Denn ab und an wacht der kleine Ackerbewohner auf, um sich an seiner unterirdischen Speisekammer gütlich zu tun.

Wie sich der Hamster auf den Winterschlaf vorbereitet und warum der frühere Begriff „Kornwolf“ eigentlich gar nicht zu ihm passt, lässt sich in diesem Beitrag auf MDR Wissen nachlesen (einfach auf diesen Link klicken).

Weitere Informationen rund um den bedrohten Feldhamster haben wir hier zusammengestellt.

 

MDR Podcast Feldhamsterschutz mit Freiwilligen

MDR Podcast zum Feldhamsterschutz mit Freiwilligen

Mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für den Schutz des Feldhamsters. Das ist eine der wichtigsten Säulen des Projektes Feldhamsterland. Nun erklärt Tobias Reiners, der nicht nur auf dem Acker für den Feldhamster aktiv ist, sondern auch die wissenschaftliche Arbeit am Senckenberg Institut begleitet, wie mithilfe Freiwilliger der Feldhamsterschutz vorangebracht wird und was dem Nager heute in unserer Agrarlandschaft fehlt.

Hier geht es zum Podcast! Ab Minute 18:36 geht es los.

Ein Video, das den Citizen Science Ansatz erklärt, gibt es in diesem Beitrag.

Falls Ihr und Sie Lust haben, sich für den Feldhamster einzusetzen, jedes Augenpaar hilft uns bei den Kartierungen! Einfach Kontakt aufnehmen und mit uns auf dem Acker nach dem seltenen Architekten unterm Acker suchen. Auch eigene Feldhamstermeldungen in Ihrer Region können Sie und gerne mitteilen (Feldhamster@DeWiSt.de) oder direkt in den Feldhamsteratlas eingeben.

Feldhamsterschutz aus der Vogelperspektive

Praktischer Feldhamsterschutz, wie sieht das aus?

Der Feldhamster ist nicht nur in Deutschland, sondern in seinem gesamten Verbreitungsgebiet vom Aussterben bedroht. Doch als typischer Ackerbewohner ist er zum Überleben nicht auf Schutzgebiete, sondern auf die Unterstützung von LandwirtInnen angewiesen. Um zu zeigen, wie das aussehen kann, haben wir mithilfe einer Drohne ein Video aufgenommen – praktischer Feldhamsterschutz aus der Vogelperspektive.

Im Projekt Feldhamsterland arbeiten wir eng mit den LandwirtInnen vor Ort zusammen und setzen gemeinsam eine feldhamsterfreundliche Bewirtschaftung um. In dem Video ist eine Schutzmaßnahme in Niedersachsen zusehen: Hier bietet der kleinteilige Anbau verschiedener für den Hamster geeigneter Kulturen dem bedrohten Ackerbewohner über einen langen Zeitraum Deckung vor Feinden und Nahrung. Und davon profitieren auch zahlreiche andere Bewohner unserer Feldflur.

Welche Entwicklungen die Landwirtschaft durchlebt (hat) und vor welchen Herausforderungen die LandwirtInnen stehen, ist hier in einem lesenswerten Artikel zusammengefasst.

Wenn Sie Interesse haben, auf Ihren Feldern Schutzmaßnahmen umzusetzen oder sich als KartierhelferIn bei der Suche nach dem bunten Baumeister engagieren möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit unseren AnsprechpartnerInnen auf!

Auch aus der Ferne ganz nah dabei – Online Exkursion ins Feldhamsterland

Feldhamsterschutz lebt neben den regelmäßigen Erfassungen der Vorkommen und dem Anlegen von speziellen Schutzmaßnahmen mit Landwirten auch vom Rückhalt der Gesellschaft. Darum wollen wir so viele Menschen wie möglich für den Schutz des Feldhamsters und den Erhalt der Biodiversität in der Agrarlandschaft begeistern und für diese Thematik sensibilisieren.

Erfahrungsgemäß funktioniert das am besten, wenn wir gemeinsam auf den Acker gehen und dort in den Lebensraum des Feldhamsters eintauchen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie konnten unsere alljährlichen Exkursionen im Frühjahr 2020 leider nicht stattfinden. Deshalb haben wir kurzerhand zwei „kleine Online-Exkursionen“ gedreht. Alle die Lust haben, können unsere Regionalkoordinatorin  Melanie Albert also auch aus der Ferne ins „Feldhamsterland“ begleiten und alles rund um den bedrohten Nager erfahren.

Viel Spaß beim Video!

Feldhamster in seinem gesamten Verbreitungsgebiet vom Aussterben bedroht

Der Feldhamster ist in seinem gesamten Verbreitungsgebiet vom Aussterben bedroht. Das ist das ernüchternde Urteil der Weltnaturschutzunion (IUCN). In der aktualisierten Version der Internationalen Roten Liste der bedrohten Arten der IUCN ist der Feldhamster (Cricetus cricetus) als „critically endangered“, also als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Bislang war man davon ausgegangen, dass es in dem riesigen Verbreitungsgebiet von Belgien bis nach Sibirien noch vielerorts jede Menge Feldhamster gibt. Doch dem ist laut Meinung der Experten nicht mehr so: Auch in früheren „Hamsterhochburgen“ wurden massive Einbrüche beobachtet, nicht nur in Deutschland, sondern auch in den ehemals dicht besiedelten Regionen in Osteuropa. Anscheinend hat sich das dramatische Verschwinden des Nagers, welches in Deutschland und den Nachbarländern seit einigen Jahrzehnten beobachtet wird, auch im östlichen Verbreitungsgebiet fortgesetzt. In Deutschland gilt der Feldhamster schon länger als vom Aussterben bedroht und ist daher laut Gesetz streng geschützt. Nun ist er offiziell in seinem gesamten Verbreitungsgebiet akut vom Aussterben bedroht – darüber wurde auch in der Presse berichtet.

Feldhamster laut Weltnaturschutzunion vom Aussterben bedroht

Der Feldhamster ist laut Weltnaturschutzunion (IUCN) vom Aussterben bedroht („critically endangered“)

 

Unterwegs im FELDHAMSTERLAND – Sommerexkursionen in Hessen

Auch dieses Jahr erkunden wir gemeinsam unter dem Motto „Eine Reise ins Feldhamsterland“ den Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Nagers, machen uns in Stoppeläckern auf die Suche nach seinen Behausungen und berichten nebenher ausführlich über seine Lebensweise, Gefahren, die der Architekt unter dem Acker zu bewältigen hat und über Möglichkeiten den für seinen Schutz. Für die 2-3-stündigen Ackersafaris solltet Ihr gut zu Fuß sein, festes Schuhwerk tragen, auf keinen Fall Sonnenschutz & Kopfbedeckung vergessen und ausreichend Getränke dabeihaben.

Die Teilnahme an den Exkursionen ist kostenfrei, wir freuen uns auf Euch!

COVID-19 Hinweis: Wegen der aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Virus, müssen wir die Teilnehmerzahl für die Veranstaltung beschränken. Eine Anmeldung  unter: melanie.albert@feldhamster.de ist deshalb dringend erforderlich.

  • Sonntag, 26. Juli 2020 von 09:30 bis 12:00 – Wachenbuchen

Treffpunkt: Außenparkplatz der Büchertalschule in Maintal-Wachenbuchen nahe der L3195 zwischen Wachenbuchen und HU-Mittelbuchen, s. hier

 

  • Samstag, 1. August 2020 von 09:30 bis 12:30 – Kilianstädten

Treffpunkt: Parkplatz an der Kreuzung am Fernradweg Hohe Straße und der L3008 zwischen HU-Mittelbuchen und 61137 Schöneck-Kilianstädten, s. hier

 

  • Samstag, 2. August 2020 von 09:30 bis 12:30 – Beienheim

Treffpunkt: Schotterparkplatz am Ende des Feldweges vom Biohof Querbeet in 61203 Reichelsheim-Beienheim, s. hier

 

  • Sonntag, 9. August 2020 von 10:00 bis 11:30 – Holzheim

Treffpunkt: Sporthalle Holzheim Bettenberg 28, 35415 Pohlheim-Holzheim, s. hier

Feldhamster auf Stoppelacker

 

Die Feldhamstersuche steht vor der Tür – kommt mit uns auf den Acker

Die Temperaturen steigen, die Felder färben sich langsam aber sicher gelb. Bereits in wenigen Wochen wird die Getreideernte beginnen und für uns damit die Zeit der Feldhamstersuche. In unseren Projektregionen suchen wir gemeinsam mit Freiwilligen nach den Bauen des Feldhamsters und sammeln damit wertvolle Informationen zur aktuellen Bestandssituation der vom Aussterben bedrohten Art. Hier hilft jedes Augenpaar, denn nur wenn wir wissen, wo der Feldhamster noch vorkommt, können wir Schutzmaßnahmen effektiv Planen und Umsetzen.

Ihr seid gerne draußen, einigermaßen unempfindlich gegenüber Hitze und gut zu Fuß? Ihr habt Lust, Euch mit uns für den bunten Baumeister und die Artenvielfalt in unserer Agrarlandschaft einzusetzen? Dann nehmt Kontakt mit unseren AnsprechpartnerInnen vor Ort auf. Wir freuen uns auf Euch!

Freiwillige suchen nach dem Feldhamster

Die Sommerkartierung in Hessen startet bald

Die Temperaturen steigen, die Felder färben sich langsam gelb. In wenigen Wochen beginnt die Getreideernte und für uns damit die Zeit der Feldhamstersuche. Ihr könnt uns bei der Suche nach dem bedrohten Nager auch dieses Jahr wieder tatkräftig unterstützen. In den letzten hessischen Vorkommensgebieten suchen wir gemeinsam nach den Bauen des Feldhamsters und sammeln damit wertvolle Informationen zur aktuellen Bestandssituation der vom Aussterben bedrohten Art. So können wir Schutzmaßnahmen effektiv Planen und Umsetzen.

Mitmachen können alle die gerne draußen, einigermaßen hitzebeständig und gut zu Fuß sind.

Sobald wir abschätzen können wann die Ernte los geht, geben wir Termine und Treffpunkte bekannt!

COVID-19 Hinweis: Aufgrund der aktuellem Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Virus müssen wir die Anzahl der Helfer*innen an den jeweiligen Einsatzorten beschränken und selbstverständlich die Hygienevorgaben des RKI befolgen.

Nähere Infos zum Ablauf erhaltet ihr bei unserer Regionalkoordinatorin für Hessen: melanie.albert@feldhamster.de

Sommerkartierung in Hessen startet bald