Feldhamster auf Youtube – Videotipp

Warum ist der Feldhamster vom Aussterben bedroht? Wie kann der kleine Wühler unterstützt werden? Und was haben fünf Menschen mit einem Zollstock auf dem Acker zu suchen?

Das erfahrt Ihr in diesem Beitrag von „Neuneinhalb“: Jana begleitet Feldhamsterexpertin Melanie Albert, die das Projekt Fledhamsterland in Hessen koordiniert und zeigt Euch eine Feldhamsternachzucht und Wiederansiedlung in Puhlheim. Viel Spaß beim Video!

Bild mit einem Junghamster, der aus seinem Bau guckt

Feldhamster-Wanderausstellung zieht im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium ein

Für Natur- und Artenschützer ist der Feldhamster seit Jahren ein absolutes Sorgenkind. Mit der Eröffnung der neuen Wanderausstellung der Deutschen Wildtier Stiftung im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) in Hannover geht der scheue Nager am 7. Juni im Rahmen einer Ausstellung an die Öffentlichkeit.

„Mit der Ausstellung setzen wir ein wichtiges Signal und unterstützen das Rettungsprojekt der Deutschen Wildtier Stiftung für den Feldhamster“, sagt Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. „Die Wanderausstellung verdeutlicht sehr anschaulich, mit welchen Problemen Feldhamster in der Landschaft zu kämpfen haben. Das Projekt zeigt aber auch Lösungsansätze auf, wie wir ihn in Zukunft noch stärker unterstützen können.“ Die Ministerin glänzte im Rahmen der Erföffnungsfeier mit zoologischem Fachwissen: Sie erklärte den Zuhörenden die Abwehrstrategie des kleinen Nagers. Bei Gefahr stellt sich der Feldhamster auf die Hinterbeine und versucht durch Fauchen seine Feinde in die Flucht zu schlagen. Eine Theorie besagt, dass sein schwarzes Bauchfell und das weiße Fell an den Beinen ein weit aufgerissenes Maul eines großen Raubtieres imitieren sollen.

Die Wanderausstellung der Deutschen Wildtier Stiftung zeigt Szenen aus dem Lebenszyklus und der Ökologie des Feldhamsters und die Veränderungen in der Agrarlandschaft, die ihm das Überleben so schwer machen. Die Wanderausstellung wurde im Rahmen des Verbundprojekts Feldhamsterland entwickelt und produziert und kann bei Interesse hier gebucht werden.

Die Bilder der Ausstellung sind eindringlich. „Für uns sind Wanderausstellungen ein Modul unserer Naturbildungsarbeit“, sagt Dr. Jörg Soehring, Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. „Dass wir die Gelegenheit bekommen haben, im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unsere Ausstellung zu eröffnen, freut uns sehr. Denn hier im Haus fallen wichtige Entscheidungen – auch für das Überleben dieser Art.“

Die Ausstellung dauert bis zum 26. Juni 2021 und kann wochentags (während der Öffnungszeiten des Ministeriums und unter Beachtung der geltenden Corona-Regelungen) besucht werden.

Feldhamster Wanderausstellung wird im Landwirtschaftsministerium eröffnet

Eröffnung der Feldhamster Wanderausstellung im Landwirtschaftsministerium (v.l.n.r.): Regionalkoordinatorin Nina Lipecki, Vorstand Dr. Jörg Soehring, Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und Projektleiter Moritz Franz-Gerstein.

Eingang eines Feldhamsterbaus

Feldhamster und Lössböden – das geht nur zusammen

Der Feldhgamster verbringt einen Großteil seines Alltags „unter Tage“. Als Wühler fühlt er sich im Boden wohl und bewegt sich so geschickt und mühelos wie ein Fisch im Wasser. Seine Baue buddelt er im Winter bis zu zwei Meter tief, um sich während des Winterschlafs vor Kälte und Eindringlingen zu schützen. Daher bevorzugt der Nager tiefgründige Böden wie den Lössboden. Der Lössboden, der durch seine natürlichen Eigenschaften sehr fruchtbar ist, wurde von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe  in diesem Jahr zum Boden des Jahres gekürt. Dieser Bodentyp, maßgeblich während der vergangenen Eiszeit entstanden und daher begrenzt verfügbar (sollte zeitnah keine neue Eiszeit einbrechen),  hat nicht nur eine hohe Wasserspeicherkapazität, sondern kann auch Nährstoffe durch seine Beschaffenheit in hohem Maße speichern und für Pflanzen zugänglich machen. Wir Menschen hängen für unsere Nahrungsmittelerzeugung von solch fruchtbaren Böden ab. Gleichzeitig gehen in Deutschland durchschnittlich 60 Hektar (ein Hektar=10.000 m²) pro Tag! durch Versiegelung (z.B. Gewerbegebiete, Straßenbau etc.) verloren, darunter auch die fruchtbaren Bördeböden.

Aber nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch der Feldhamster leben vom Lössboden. Von nachhaltigen Bewirtschaftungsmethoden, z. B. dem Anbau von Zwischenfrüchten oder einer Ährenernte, profitiert nicht nur der Feldhamster, sondern auch der Boden selbst. Dem Nager (und anderen Ackerbewohnern) können die Maßnahmen Deckung und Nahrung bieten und den wertvollen Lössboden durch die Bedeckung vor Schädigung durch Erosion schützen. Und auch der Nager selbst sorgt durch sein Graben und den Eintrag von Streu für eine Durchmischung der Erdschichten, sowie eine verbesserte Bodendurchlüftung und -mineralisierung.

Grafik Anschnitt Feldhamsterbau. Verschiedene Gänge sowie Schlaf- Vorrats- und weitere Kammern sind zu sehen. Überirdisch sind zwei Hauptbeutegreifer für den Feldhamster dargestellt: ein Fuchs und ein Rotmilan.