Feldhamster nach Hessen eingewandert

Die Stadt Mannheim wildert nahe der hessischen Grenze seit vielen Jahren Feldhamster aus, um die letzten Vorkommen der Art in Baden-Württemberg zu erhalten. Da sich das Wiederansiedlungsgebiet Mannheim-Straßenheim einen Agrarraum mit dem hessischen Viernheim teilt, hat die AG Feldhamsterschutz, die auch das Projekt Feldhamsterland in Hessen umsetzt, im Auftrag des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie und in Kooperation mit dem Amt für den ländlichen Raum für den Landkreis Bergstraße sowie engagierten Landwirten vor drei Jahren begonnen, Schutzmaßnahmen auf hessischer Seite anzulegen, um den Tieren auch dort einen geeigneten Lebensraum zu bieten. Diese Strategie wurde nun belohnt: 2020 konnten in den Maßnahmen, die vom Land finanziert werden, 11 Feldhamsterbaue nachgewiesen werden. Über die Analyse von Kotproben konnte das Senckenberg Forschungsinstitut dabei mindestens drei Individuen feststellen, die eindeutig aus der baden-württembergischen Zucht stammen. „Ich freue mich und hoffe, sie fühlen sich wohl bei uns“, sagte die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Die Grünen) in Wiesbaden am Dienstag.
Feldhamster auf Stoppelacker

Xenius: Bedrohter Feldhamster – Kurz vor zwölf für den Nager

Wer es live im Fernsehen verpasst hat, kann nun die  ARTE Dokumentation „Bedrohter Feldhamster – Kurz vor zwölf für den Nager“ in der Mediathek anschauen – ein absoluter Tipp für alle, die sich für den farbenfrohen Nager und sein verborgenes Leben interessieren. In der knapp halbstündigen Xenius Folge erfährt man alles rund um den Ackerbewohner: Wie lebt der Feldhamster? Warum ist er vom Aussterben bedroht? Was wird in Deutschland und Frankreich getan, um ihn zu retten? Die Antworten zu diesen und vielen weiteren Fragen werden in der Dokumentation, bei der unter anderm auch Melanie Albert und Tobias Reiners aus dem Projekt Feldhamsterland mitgewirkt haben, beantwortet. Zum Anschauen einfach auf unten auf das Video klicken. Viel Spaß!

 

Digitaler Vortrag zum Projekt Feldhamsterland

Durch die COVID 19 Pandemie konnte der geplante Vortrag von Katharina Thews, Regionalkoordinatorin des Projekts Feldhamsterland bei der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland Pfalz im letzten Jahr nicht stafttfinden. Um so mehr freuen wir uns, dass der Vortrag nun auf digitalem Weg nachgeholt werden kann.Feldhamster in Rheinland Pfalz Projektflyer Thema der Veranstalung ist die Umsetzung des Kooperationsprojekts Feldhamsterland in Rheinland-Pfalz. Wie sieht die aktuelle Bestandssituation des Feldhamsters in Rheinland-Pfalz aus und welche Maßnahmen werden mit LandwirtInnen und Ehrenamtlichen ergriffen, um den Ackerbewohner zu retten? Diese und viele weitere spannende Fragen werden dort beantwortet. Interessierte sind herzlich eingeladen! Die Teilnahme ist kostenlos.

Wann? Dienstag, 26. Januar 2021 um 18:30 Uhr

Wo? Online – Anmeldung bitte per mail an: Feldhamster@snu.rlp.de

 

 

Ausgehamstert? Warum ist der Feldhamster vom Aussterben bedroht?

Noch vor einigen Jahrzehnten als Plage bekämpft, mit Prämien für jedes erbeutete Fell, ist der Feldhamster heute vom Aussterben bedroht und streng geschützt. Wie konnte es zu diesem rapiden Einbruch der Bestände kommen und welche potenziellen Konflikte ergeben sich aus dem Schutz des Ackerbewohners und der kontinuierlichen Ausbreitung von Baugebieten, etwa in Frankfurt? Das lässt sich in diesem Artikel der Süddeutschen Zeitung mit dem Titel „Ausgehamstert“ nachlesen. Dort erklären Tobias Reiners, Feldhamsterexperte und wissenschaftliche Begleitung des Projektes Feldhamsterland und Moritz Franz-Gerstein, der das Verbundvorhaben für die Deutsche Wildtier Stiftung koordiniert, die genauen Zusammenhänge. Viel spaß beim Lesen!

 

Feldhamster auf leerem Acker

Feldhamster auf leerem Acker

Feldhamster (Cricetus cricetus)

Feldhamsterland ist nun auch bei GoNature dabei

Das Projekt Feldhamsterland ist ab sofort bei der neuen Onlineplattform GoNature dabei. Die Plattform soll es Menschen ermöglichen und erleichtern, sich ehrenamtlich für den Natur- und Artenschutz einzusetzen. Dazu kann man sich in verschiedenen Themenbereichen und je nach Region Projekte heraussuchen und unkompliziert mitmachen. Eine tolle Initiative und schön, dass wir mit unserem Projekt nun auch dabei sein können. Denn nur mithilfe Ehrenamtlicher können wir für den bedrohten Ackerbewohner etwas bewegen. Wer sich gemeinsam mit uns für das Überleben des Nagers einbringen möchten findet hier weitere Informationen und hier den direkten Kontakt zu unseren AnsprechpartnerInnen vor Ort.

Kälte und kein Futter weit und breit – was macht der Feldhamster im Winter?

Die Tage sind kurz und kalt und Nahrung gibt es auch nicht ausreichend. Der Winter ist für viele Wildtiere eine harte Jahreszeit. Der Feldhamster umgeht diese indem er sich in seinem Bau verkriecht und Winterschlaf hält. Nachdem die Vorratskammern durch fleißiges „Hamstern“ gut gefüllt sind, dichtet der Hamster die Eingänge ab Oktober mit Erde ab, um eine bessere Isolierung zu schaffen und sich vor Eindringlingen zu schützen. Während des Winterschlafs werden die Stoffwechselvorgänge auf ein extremes Minimum reduziert: Die Körpertemperatur sinkt auf zwei bis drei Grad, die Atemfrequenz auf durchschnittlich einen Atemzug pro Minute, der Herzschlag auf durchschnittlich fünf Schläge pro Minute, und die Hirntätigkeit setzt fast aus. In der Wissenschaft nennt man diesen Zustand Torpor, nach dem lateinischen Begriff für „Erstarrung“. Solche Torporphasen können mehrere Tage bis maximal zwei Wochen dauern. Zwischen den Torporphasen wacht der Nager in regelmäßigen Abständen auf, um von seinen Vorräten zu naschen oder die Kotkammer aufzusuchen. Ab März beenden die Bodenbewohner den Winterschlaf und für uns beginnt die Feldsaison. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen suchen wir dann auf dem Acker nach den letzten Feldhamstervorkommen, um diese gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten zu schützen.

Schlafende Feldhamster