Feldhamsterland Teamtreffen

Feldhamsterland Teamtreffen in Mainz

Am 17. und 18.09.20 fand im Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten in Mainz die diesjährige Feldhamsterland-Regionaltagung statt. Hierbei trafen sich die Verbundpartner zum jährlichen Austausch, wobei intensiv über die Zukunft des Arten- und Naturschutzes im Offenland diskutiert wurde. Neben dem interessanten Vortrag des Feldhamsterexperten Dr. Ulrich Weinhold lieferte Dr. Eckhard Gottschalk spannende Einblicke zum Rebhuhn und den umfangreichen Schutzbemühungen in der Göttinger Region. Denn ähnlich wie der Feldhamster ist das Rebhuhn eine inzwischen bedrohte Art unserer Feldflur, die vielerorts bereits verschwunden ist. Auf der Tagung wurden beispielsweise Maßnahmen besprochen, die beiden Arten gleichzeitig helfen können.
Es waren sehr informative Tage mit einer tollen Gruppe und angeregten Gesprächen. Vielen Dank an die Kolleginnen aus Mainz, die die Tagung organisiert und geleitet haben. Ein richtiger Energieschub für den Feldhamsterschutz!
MDR Podcast Feldhamsterschutz mit Freiwilligen

MDR Podcast zum Feldhamsterschutz mit Freiwilligen

Mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für den Schutz des Feldhamsters. Das ist eine der wichtigsten Säulen des Projektes Feldhamsterland. Nun erklärt Tobias Reiners, der nicht nur auf dem Acker für den Feldhamster aktiv ist, sondern auch die wissenschaftliche Arbeit am Senckenberg Institut begleitet, wie mithilfe Freiwilliger der Feldhamsterschutz vorangebracht wird und was dem Nager heute in unserer Agrarlandschaft fehlt.

Hier geht es zum Podcast! Ab Minute 18:36 geht es los.

Ein Video, das den Citizen Science Ansatz erklärt, gibt es in diesem Beitrag.

Falls Ihr und Sie Lust haben, sich für den Feldhamster einzusetzen, jedes Augenpaar hilft uns bei den Kartierungen! Einfach Kontakt aufnehmen und mit uns auf dem Acker nach dem seltenen Architekten unterm Acker suchen. Auch eigene Feldhamstermeldungen in Ihrer Region können Sie und gerne mitteilen (Feldhamster@DeWiSt.de) oder direkt in den Feldhamsteratlas eingeben.

Programmtipp für Feldhamsterfreunde

Programmtipp für Feldhamsterfreund*innen

Unsere Regionalkoordinatorinnen in Rheinland-Pfalz, Antonia Schraml und Katharina Thews, haben in den letzten Wochen mit der Unterstützung zahlreicher Helfer*innen nach Feldhamsterbauen im Raum Mainz gesucht und diese erfasst, um herauszufinden, wo der hoch bedrohte Nager noch vorkommt und dort gezielte Schutzmaßnahmen auf die Fläche zu bringen. Am 16.07.2020 wurden sie hierbei von einem TV-Team für die Sendung BINGO-Umweltlotterie des NDR begleitet.

Der Beitrag wird am 09.08.2020 um 17:00 Uhr im NDR ausgestrahlt. Unbedingt einschalten!

Am Sonntag keine Zeit oder Wetter zu gut? Kein Problem: der Beitrag ist eine Woche lang auch in der Mediathek des NDR zu finden.

Eindrücke der Feldhamsterkartierung

Rund 250 ha abgelaufene Stoppelfelder sind das beeindruckende Resultat der diesjährigen Sommerkartierung der Feldhamsterbaue in Rheinland-Pfalz. Zusammen mit den Regionalkoordinatorinnen Katharina Thews und Antonia Schraml waren rund 30 Helfer*innen über zwei Wochen bei der Kartierung dabei.

Als Entschädigung für die wunden Füße und heißen Temperaturen gab es dann ein echtes Highlight, was die Herzen der Hamsterfreunde höher schlagen ließ: ein echter, lebendiger Feldhamster auf der Fläche! Dieser hat ganz nach Lehrbuch reagiert und seinen Kampfgeist mit Fauchen und aufgeblasenen Backen demonstriert. Zum Glück hat er sich vor dem Zubeißen dann aber doch für die Flucht in die nahe gelegene Getreidezeile entschieden, in der er – zumindest für uns – fast unsichtbar wurde. Vielen Dank für die tatkräftige Unterstützung! Wir sind gespannt auf die nun folgende Auswertung der erhobenen Daten…

Feldhamsterschutz aus der Vogelperspektive

Praktischer Feldhamsterschutz, wie sieht das aus?

Der Feldhamster ist nicht nur in Deutschland, sondern in seinem gesamten Verbreitungsgebiet vom Aussterben bedroht. Doch als typischer Ackerbewohner ist er zum Überleben nicht auf Schutzgebiete, sondern auf die Unterstützung von LandwirtInnen angewiesen. Um zu zeigen, wie das aussehen kann, haben wir mithilfe einer Drohne ein Video aufgenommen – praktischer Feldhamsterschutz aus der Vogelperspektive.

Im Projekt Feldhamsterland arbeiten wir eng mit den LandwirtInnen vor Ort zusammen und setzen gemeinsam eine feldhamsterfreundliche Bewirtschaftung um. In dem Video ist eine Schutzmaßnahme in Niedersachsen zusehen: Hier bietet der kleinteilige Anbau verschiedener für den Hamster geeigneter Kulturen dem bedrohten Ackerbewohner über einen langen Zeitraum Deckung vor Feinden und Nahrung. Und davon profitieren auch zahlreiche andere Bewohner unserer Feldflur.

Welche Entwicklungen die Landwirtschaft durchlebt (hat) und vor welchen Herausforderungen die LandwirtInnen stehen, ist hier in einem lesenswerten Artikel zusammengefasst.

Wenn Sie Interesse haben, auf Ihren Feldern Schutzmaßnahmen umzusetzen oder sich als KartierhelferIn bei der Suche nach dem bunten Baumeister engagieren möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit unseren AnsprechpartnerInnen auf!

Auch aus der Ferne ganz nah dabei – Online Exkursion ins Feldhamsterland

Feldhamsterschutz lebt neben den regelmäßigen Erfassungen der Vorkommen und dem Anlegen von speziellen Schutzmaßnahmen mit Landwirten auch vom Rückhalt der Gesellschaft. Darum wollen wir so viele Menschen wie möglich für den Schutz des Feldhamsters und den Erhalt der Biodiversität in der Agrarlandschaft begeistern und für diese Thematik sensibilisieren.

Erfahrungsgemäß funktioniert das am besten, wenn wir gemeinsam auf den Acker gehen und dort in den Lebensraum des Feldhamsters eintauchen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie konnten unsere alljährlichen Exkursionen im Frühjahr 2020 leider nicht stattfinden. Deshalb haben wir kurzerhand zwei „kleine Online-Exkursionen“ gedreht. Alle die Lust haben, können unsere Regionalkoordinatorin  Melanie Albert also auch aus der Ferne ins „Feldhamsterland“ begleiten und alles rund um den bedrohten Nager erfahren.

Viel Spaß beim Video!

Feldhamster in seinem gesamten Verbreitungsgebiet vom Aussterben bedroht

Der Feldhamster ist in seinem gesamten Verbreitungsgebiet vom Aussterben bedroht. Das ist das ernüchternde Urteil der Weltnaturschutzunion (IUCN). In der aktualisierten Version der Internationalen Roten Liste der bedrohten Arten der IUCN ist der Feldhamster (Cricetus cricetus) als „critically endangered“, also als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Bislang war man davon ausgegangen, dass es in dem riesigen Verbreitungsgebiet von Belgien bis nach Sibirien noch vielerorts jede Menge Feldhamster gibt. Doch dem ist laut Meinung der Experten nicht mehr so: Auch in früheren „Hamsterhochburgen“ wurden massive Einbrüche beobachtet, nicht nur in Deutschland, sondern auch in den ehemals dicht besiedelten Regionen in Osteuropa. Anscheinend hat sich das dramatische Verschwinden des Nagers, welches in Deutschland und den Nachbarländern seit einigen Jahrzehnten beobachtet wird, auch im östlichen Verbreitungsgebiet fortgesetzt. In Deutschland gilt der Feldhamster schon länger als vom Aussterben bedroht und ist daher laut Gesetz streng geschützt. Nun ist er offiziell in seinem gesamten Verbreitungsgebiet akut vom Aussterben bedroht – darüber wurde auch in der Presse berichtet.

Feldhamster laut Weltnaturschutzunion vom Aussterben bedroht

Der Feldhamster ist laut Weltnaturschutzunion (IUCN) vom Aussterben bedroht („critically endangered“)

 

Die Feldhamstersuche steht vor der Tür – kommt mit uns auf den Acker

Die Temperaturen steigen, die Felder färben sich langsam aber sicher gelb. Bereits in wenigen Wochen wird die Getreideernte beginnen und für uns damit die Zeit der Feldhamstersuche. In unseren Projektregionen suchen wir gemeinsam mit Freiwilligen nach den Bauen des Feldhamsters und sammeln damit wertvolle Informationen zur aktuellen Bestandssituation der vom Aussterben bedrohten Art. Hier hilft jedes Augenpaar, denn nur wenn wir wissen, wo der Feldhamster noch vorkommt, können wir Schutzmaßnahmen effektiv Planen und Umsetzen.

Ihr seid gerne draußen, einigermaßen unempfindlich gegenüber Hitze und gut zu Fuß? Ihr habt Lust, Euch mit uns für den bunten Baumeister und die Artenvielfalt in unserer Agrarlandschaft einzusetzen? Dann nehmt Kontakt mit unseren AnsprechpartnerInnen vor Ort auf. Wir freuen uns auf Euch!

Freiwillige suchen nach dem Feldhamster

Suche nach dem Feldhamster – Verstärkung auf vier Beinen

Mithilfe zahlreicher ehrenamtlicher KartierhelferInnen konnten wir deutschlandweit in diesem Frühjahr mehrere Hundert Hektar nach dem Feldhamster und seinen Bauen absuchen. An dieser Stelle noch einmal tausend Dank für die Unterstützung an alle Beteiligten! Die Feldhamsterkartierungen liefern die Datenbasis der aktuellen Feldhamster Vorkommen – nur mit diesen Informationen können wir in Zusammenarbeit mit LandwirtInnen gezielt Schutzmaßnahmen für den bedrohten Ackerbewohner platzieren.

Inzwischen steht das Getreide in allen Projektregionen so hoch, dass die charakteristischen Baueingänge des Ackerbewohners mit dem Auge kaum noch zu entdecken sind. Da konnte nur noch eine Schnauze helfen, eine sehr gute Schnauze. Also haben wir uns für die Kartierung in Hohendodeleben in Sachsen-Anhalt vierbeinige Verstärkung gesucht – Smilla, eine vierjährige Weimaraner Hündin, unterstützte uns bei der Feldhamstersuche. Smilla wurde von Ihrer Besitzerin Mareike Schneider als Naturschutzsuchhund ausgebildet. Ihr Spezialgebiet ist es, aktiv belaufene Feldhamsterbaue aufzuspüren. In dem Video könnt Ihr nachverfolgen, wie die Suche nach dem Architekten unterm Acker abläuft. Viel Spaß dabei!

Feldhamster in Deutschland – Einblick in vergangene Zeiten

Als die Landwirtschaft dem Feldhamster und anderen Bewohnern der Feldflur noch deutlich mehr Raum zum Leben ließ, konnte sich der Nager in einigen Jahren so stark vermehren, dass es mancherorts zu Ernteverlusten kommen konnte. Die Art erregte daher bereits früh die Gemüter der Menschen. In „Brehms Thierleben“ wurde der Nager Ende des 19. Jahrhunderts als „leiblich recht hübsches, geistig aber umso hässlicheres […] Geschöpf“ beschrieben. Um die Feldhamsterbestände zu reduzieren, wurde dem Ackerbewohner in Deutschland nachgestellt. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts gruben Hamsterjäger die Baue aus, um das Fell wie auch das gesammelte Getreide des Nagers zu erbeuten. Später wurden die Baue zunehmend geflutet, oder die Tiere mit Fallen gefangen. Noch in den frühen 1950er Jahren wurden allein in Sachsen-Anhalt jährlich eine bis zwei Millionen Feldhamster erlegt.

Noch vor dreißig Jahren war es kaum vorstellbar, dass der Feldhamster in Deutschland einmal vom Aussterben bedroht sein würde. Wir sollten daraus lernen, dass die von uns herbeigeführten Änderungen der Natur viel drastischere Auswirkungen haben, als wir uns im jeweiligen Moment vorstellen können. In der neuen Rubrik „Geschichtliches“ stellen wir Berichte von Zeitzeugen vor – so gewinnen wir Einblicke in vergangene Zeiten. Wenn Ihnen/Euch noch Geschichten zum Feldhamster und seiner Verfolgung einfallen, freuen wir uns über eine Nachricht an Feldhamster@DeWiSt.de

Feldhamsterfänger bei der Jagd