Rückblick auf das Treffen der International Hamster Workgroup

Die diesjährige Tagung der International Hamster Workgroup hätte eigentlich im schönen Jaworzno (Polen) stattfinden sollen, allerdings haben die schnell steigenden Corona-Infektionszahlen dazu geführt, dass das Treffen online abgehalten wurde. Aber auch diese besondere Situation hat über 7o WissenschaftlerInnen, (Hamster-)ExpertInnen und Interessierte aus insgesamt 13 Ländern und 3 Kontinenten nicht davon abgehalten, sich am 24. und 25.10.2020 digital zusammenzufinden und ihre aktuellsten Forschungsergebnisse auszutauschen. Neben dem internationalen Erhaltungsstatus des Feldhamsters, der von der Weltnaturschutzunion (IUCN) von „ungefährdet“ zu „vom Aussterben bedroht“ geändert wurde, wurden Ergebnisse von Zuchtprogrammen sowie die Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) diskutiert. Ebenso gab es neue Informationen zur aktuellen Verbreitung des Feldhamsters und zum Monitoring von Frankreich bis Russland (sowohl mit Menschen als auch mit Drohne). Auch genetische und ökologische Aspekte kamen nicht zu kurz. Natürlich verfolgte das Feldhamsterland-Team die spannenden Vorträge von zu Hause aus! Vielen Dank an die polnischen Kollegen für die Organisation dieser interessanten Tagung. Es freut uns sehr, dass wir trotz der besonderen Umstände zusammenkommen und diskutieren konnten. Hoffentlich sehen wir uns im nächsten Jahr wieder persönlich!

 

International Hamster Workgroup

Ankündigung – 27. Treffen der International Hamster Workgroup

Am Samstag, den 24.10.2020, ist es endlich soweit – die internationale Hamstercommunity trifft sich zum jährlichen Austausch! Mit dabei sind HamsterschützerInnen, WissenschaftlerInnen, Experten und Interessierte aus aller Welt.

Das Treffen hätte vom 23.10.- 25.10.2020 eigentlich in Jaworzno, Polen, stattfinden sollen. Durch die aktuelle Entwicklung bezüglich der Coronapandemie wurde die Veranstaltung aber, zumindest für aus dem Ausland Anreisende auf physischer Ebene, abgesagt. Aber kein Grund zur Sorge, denn die Veranstaltung wird stattdessen online durchgeführt – viel Engagement des polnischen Veranstaltungsteams und die Technik machen es möglich. Vielen Dank dafür – das Feldhamsterlandteam ist natürlich mit dabei!

Für Kurzentschlossene gibt hier noch alle Informationen rund um das Treffen der Internationalen Hamstercommunity.

Und hier noch ein Rückblick auf das Treffen im Oktober 2019!

Feldhamsteraktivist – Ernte mit Hindernissen

Junger Feldhamster verteidigt letzte Petersilienwurzeln

Heute möchten wir euch mit einer kleinen Feldhamstergeschichte aus der Wetterau erfreuen.
Herzlichen Dank an das Team vom Pappelhof und Querbeet.Bio-Lieferservice für die Geschichte und das Bildmaterial!

Letzte Woche hat sich auf einem Feld des Pappelhofes in Beienheim ein junger Feldhamster unter Einsatz seines Lebens vor einen laufenden Wurzelpetersilien-Roder geworfen und so versucht, die Ernte der angebauten Wurzeln zu verhindern. Während der laufenden Arbeiten tauchte der Feldhamster aus dem Nichts auf und lief unter den Augen des Fahrers direkt unter das 1,5 m große Rad des Roders. Nur ein beherzter Tritt auf die Bremse konnte unter Ächzen das 14 t schwere Rodegespann sofort stoppen, um ein Überrollen des Feldhamsters zu verhindern. Der Fahrer musste absteigen und versuchte das renitente Tier aus dem Gefahrenbereich zu bringen.

Der Hamster jedoch stellte sich auf die Hinterbeine und fauchte mit erhobenen Vorderpfoten. Nach kurzer Zeit sprang er in die Felge der Maschine und bedeutete, dass er nicht bereit sei, „seine“ Petersilienwurzeln an den Landwirt abzugeben und wollte so einen Fortgang der Ernte unterbinden. Erst nach einiger Überzeugungsarbeit konnte der Hamster-„Aktivist“ vertrieben werden, unter dem Hinweis, dass es doch noch genügend aussortierte Ware auf dem Feld gebe. Um den als Rote-Liste-Art geschützten Nager nicht den Raubvögeln preis zu geben, wurde er noch mit einem Haufen Laub bedeckt und Landwirt und Hamster trennten sich einvernehmlich bis hoffentlich zum nächsten Jahr!

Wissenschaftler fordern neue Agrarpolitik

Hamsterschützer wissen: Die Agrarpolitik vernichtet Artenvielfalt. Bestimmend sind in Europa dabei veraltete Vorgaben der EU. Was vor Jahrzehnten sinnvoll war, muss auf aktuelle Gegebenheiten angepasst werden. Die Neuformulierung der Förderbedingungen auf EU-Ebene sollte dafür genutzt werden, eine bessere Agrarpolitik für Landwirte und Biodiversität zu erreichen. Mehrere Wissenschaftsakademien haben gemeinsam Forderungen und Vorschläge formuliert, hierzu ein Artikel im SPIEGEL.

Feldhamsterland im Fernsehen auf MDR

Feldhamsterland im Fernsehen auf MDR

Der MDR hat einen interessanten Beitrag über das Projekt Feldhamsterland produziert und ausgestrahlt. Mit der Kamera begleitete das Filmteam die engagierten Ehrenamtlichen vor Ort bei der Kartierung auf dem Acker und interviewte unsere Regionalkoordinatorin, Saskia Jerosch, zum Feldhamsterschutz in Sachsen-Anhalt.

Einfach auf diesen Link klicken, dann geht es direkt weiter zum Video. An dieser Stelle auch noch einmal Tausend Dank an alle freiwilligen Helferinnen und Helfer, die uns auf dem Acker unterstützt haben und die Landwirte, die sich mit einer feldhamsterfreundlichen Bewirtschaftung für den Schutz des Ackerbewohners einsetzen! Hier geht es direkt zu unserer Projektseite für Sachsen-Anhalt.

Sachsen-Anhalt weist das aktuell noch größte Flächenvorkommen des hoch bedrohten Feldhamsters auf, aber die Bestände sind auch hier vielerorts eingebrochen. Hinzu kommt, dass die Landesregierung das Ausbringen von Nagergiften (Rodentiziden) auch in Feldhamstergebieten erleichtert hat, um der regional auftretenden Feldmausplage entgegen zu wirken. Leider bedeutet diese Sonderregelung, dass der Feldhamster als Kollateralschaden in Kauf genommen wird und untergräbt somit die Bemühungen für den Erhalt der Art in Sachsen-Anhalt.

Schlafende Feldhamster

Feldhamster im Endspurt in Richtung Winterschlaf

Die Tage werden kürzer und die Temperaturen sinken langsam. Der Feldhamster macht sich bereit für die Überwinterung. Dazu benötigt er nicht nur einen frostsicheren, extra tiefen Winterbau, sondern auch ausreichende Vorräte. Denn ab und an wacht der kleine Ackerbewohner auf, um sich an seiner unterirdischen Speisekammer gütlich zu tun.

Wie sich der Hamster auf den Winterschlaf vorbereitet und warum der frühere Begriff „Kornwolf“ eigentlich gar nicht zu ihm passt, lässt sich in diesem Beitrag auf MDR Wissen nachlesen (einfach auf diesen Link klicken).

Weitere Informationen rund um den bedrohten Feldhamster haben wir hier zusammengestellt.

 

EU – Initiative für Artenschutz

Mit unter anderem dem Feldhamster als prominentes Beispiel startet die EU-Komission eine Initiative für mehr Artenschutz. Das aktuell dramatische Artensterben ist für die Menschheit ein bedeutendes Risiko. Es wird höchste Zeit, dass hier effektiv gegengesteuert wird! Für eine Wende braucht es mehr Strukturvielfalt in der Landschaft und weniger Chemieeinsatz, mit „Feldhamsterland“ leisten wir einen kleinen Beitrag.

 

Warum der Feldhamster vom Aussterben bedroht ist

Warum geht es dem Feldhamster, dem wilden Verwandten des Haushamsters, so schlecht? Noch vor einigen Jahrzehnten waren die kleinen Nager auf dem Acker so häufig, dass sogar Prämien auf jeden gefangenen Hamster, bzw. sein Fell, ausgezahlt wurden. Was sich geändert hat und warum der Feldhamster heute vom Aussterben bedroht ist, wird kindgerecht in diesem Artikel aus „Dein Spiegel“ erklärt. Viel Spaß beim Lesen!

Feldhamsterland Teamtreffen

Feldhamsterland Teamtreffen in Mainz

Am 17. und 18.09.20 fand im Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten in Mainz die diesjährige Feldhamsterland-Regionaltagung statt. Hierbei trafen sich die Verbundpartner zum jährlichen Austausch, wobei intensiv über die Zukunft des Arten- und Naturschutzes im Offenland diskutiert wurde. Neben dem interessanten Vortrag des Feldhamsterexperten Dr. Ulrich Weinhold lieferte Dr. Eckhard Gottschalk spannende Einblicke zum Rebhuhn und den umfangreichen Schutzbemühungen in der Göttinger Region. Denn ähnlich wie der Feldhamster ist das Rebhuhn eine inzwischen bedrohte Art unserer Feldflur, die vielerorts bereits verschwunden ist. Auf der Tagung wurden beispielsweise Maßnahmen besprochen, die beiden Arten gleichzeitig helfen können.
Es waren sehr informative Tage mit einer tollen Gruppe und angeregten Gesprächen. Vielen Dank an die Kolleginnen aus Mainz, die die Tagung organisiert und geleitet haben. Ein richtiger Energieschub für den Feldhamsterschutz!

Mit Erfindergeist für Ökologie und Tierwohl in der Landwirtschaft

Leichte Geräte statt schwerer Maschinen, Robotik statt Chemie:  Haben wir in den letzten Jahrzehnten vor allem die Produktivität gesteigert, können Innovationen in der Landwirtschaft diese in der nächsten Etappe nun ökologischer machen oder dem Tierwohl dienen. Ein interessanter Artikel hierzu aus der FAZ.